Auswandern nach Irland
Steuern 2026, Non-Dom-Status und Ansässigkeit: was du als Selbstständiger mit US LLC wissen musst.

Warum Irland? Englischsprachig, in der EU und mit Non-Dom-Regel
→ Alle Länder im ÜberblickIrland ist für viele Selbstständige interessant, die in der EU bleiben und trotzdem in einem englischsprachigen Umfeld leben wollen. Bezahlt wird in Euro, als deutscher Staatsbürger brauchst du kein Visum, und mit Dublin hast du einen großen Standort internationaler Tech-Unternehmen direkt vor der Tür.
Bekannt ist Irland vor allem für zwei Dinge: 12,5 % Körperschaftsteuer und die Remittance-Basis für Menschen, die nicht in Irland domiziliert sind. Beides klingt besser, als es für einen Onlineselbstständigen oft ist. Die 12,5 % gelten nur für echte Handelsgewinne. Die Remittance-Basis hilft nicht bei Einkommen aus Arbeit, die du in Irland erledigst.
Für dein persönliches Einkommen ist Irland ein Land mit normaler, eher hoher Belastung. Auf dieser Seite findest du den aktuellen Stand: wann du ansässig wirst, was Domizil bedeutet, wie hoch Steuern und Abgaben sind und was das für deine US LLC heißt.
Irland auf einen Blick
Irland ist kein Niedrigsteuerland für Privatpersonen, bietet aber eine Non-Dom-Regel und einen niedrigen Satz für Handelsgewinne von Firmen. Das sind die wichtigsten Punkte:
Steuer 20 % und 40 %
Die Einkommensteuer hat zwei Stufen. 2026 gilt für Alleinstehende 20 % bis 44.000 €, darüber 40 %. Für 2027 steigt die Grenze auf 46.500 €.
USC und PRSI dazu
Zur Einkommensteuer kommen die Universal Social Charge mit bis zu 11 % für Selbstständige und die Sozialabgabe PRSI mit 4,35 % ab Oktober 2026.
183 oder 280 Tage
Ansässig bist du mit 183 Tagen im Jahr oder mit 280 Tagen in zwei Jahren zusammen. Wer höchstens 30 Tage im Jahr da ist, wird nicht ansässig.
Non-Dom mit Grenzen
Ohne irisches Domizil versteuerst du Auslandseinkommen nur bei Überweisung nach Irland. Einkommen aus Arbeit in Irland ist davon aber nicht erfasst.
12,5 % für Firmen
Der niedrige Körperschaftsteuersatz gilt nur für Handelsgewinne aus einem in Irland betriebenen Geschäft. Passive Einkünfte kosten 25 %.
EU, Euro, Englisch
Als EU-Bürger lebst und arbeitest du in Irland ohne Visum. Im Alltag sprichst du Englisch, das macht Behörden und Banken deutlich einfacher.
Steuern in Irland 2026
Wann du in Irland steuerlich ansässig bist
Das Steuerjahr entspricht dem Kalenderjahr. Ansässig bist du, wenn du dich 183 Tage oder mehr in einem Jahr in Irland aufhältst. Oder deine Tage im laufenden und im vorherigen Jahr ergeben zusammen 280 Tage oder mehr. Für diese Zwei-Jahres-Regel zählt ein Jahr mit höchstens 30 Tagen nicht mit. Jeder angefangene Tag in Irland zählt als voller Tag.
Nach drei Jahren Ansässigkeit in Folge wirst du zusätzlich ordinarily resident. Dieser Status läuft nach einem Wegzug noch drei Jahre weiter. In dieser Zeit kann Irland weiter einen Teil deines Einkommens besteuern.
Domizil ist nicht dasselbe wie Wohnsitz
Domizil ist das Land, das du als dauerhafte Heimat betrachtest. Du hast es von Geburt an, meist vom Vater abgeleitet. Ein neues Domizil bekommst du nur, wenn du klar zeigst, dass du dauerhaft im neuen Land bleiben willst. Als Deutscher, der nach Irland zieht, bist du deshalb in vielen Fällen ansässig, aber nicht domiziliert.
Remittance-Basis für Non-Doms
Bist du ansässig, aber nicht domiziliert, versteuerst du Auslandseinkommen und ausländische Veräußerungsgewinne nur, soweit du sie nach Irland überweist. Voll steuerpflichtig bleiben aber irische Einkünfte und Einkommen aus Arbeit, die du in Irland leistest, auch wenn das Geld im Ausland ankommt. Arbeitest du also von Irland aus für deine Kunden, hilft dir die Remittance-Basis bei diesem Einkommen in der Regel nicht. Auch Geld, das dein Partner aus deinen Auslandseinkünften in Irland ausgibt, kann als Überweisung gelten.
Einkommensteuer
Es gibt zwei Sätze, 20 % und 40 %. 2026 gilt der Satz von 20 % für Alleinstehende bis 44.000 €, für Verheiratete mit einem Einkommen bis 53.000 €. Mit dem Haushalt 2027 steigen diese Grenzen ab 2027 auf 46.500 € und 55.500 €. Abgezogen werden Steuergutschriften, 2026 etwa 2.000 € persönlich und 2.000 € als Gutschrift für Selbstständige.
USC und PRSI
Zusätzlich fällt die Universal Social Charge an, wenn dein Einkommen über 13.000 € liegt:
- bis 12.012 €: 0,5 %
- bis 28.700 €: 2 % (ab 2027 bis 30.300 €)
- bis 70.044 €: 3 %
- darüber: 8 %
- Selbstständige über 100.000 €: 11 %
Als Selbstständiger zahlst du außerdem PRSI der Klasse S, die irische Sozialversicherung. Der Satz liegt bei 4,2 % und seit dem 1. Oktober 2026 bei 4,35 %, mit einem jährlichen Mindestbeitrag. Er gilt in der Regel ab 5.000 € Jahreseinkommen.
Körperschaftsteuer
Eine Gesellschaft ist in Irland ansässig, wenn sie dort gegründet wurde oder von Irland aus geleitet und kontrolliert wird. Handelsgewinne aus einem in Irland betriebenen Geschäft kosten 12,5 %, passive Einkünfte wie Zinsen oder Lizenzen 25 %. Für sehr große Konzerne gilt seit 2024 eine Mindeststeuer von 15 %.


Aufenthalt und Anmeldung
Als deutscher Staatsbürger brauchst du für Irland kein Visum. Du darfst dort leben und als Selbstständiger arbeiten. Irland gehört nicht zum Schengen-Raum, bei der Einreise zeigst du deshalb deinen Personalausweis oder Reisepass vor.
In den ersten drei Monaten gibt es keine Bedingungen. Bleibst du länger, musst du eine der folgenden Voraussetzungen erfüllen:
- Du arbeitest oder bist in Irland selbstständig.
- Du hast genug Geld für deinen Lebensunterhalt und eine umfassende Krankenversicherung.
- Du studierst und bist krankenversichert.
Bei der Einwanderungsbehörde musst du dich als EU-Bürger nach aktuellem Stand nicht registrieren. Eine Meldepflicht bei der Gemeinde wie in Deutschland gibt es nicht. Wichtig sind diese Schritte:
- PPS Number: deine persönliche Nummer für Steuern, Sozialversicherung und Behörden. Du beantragst sie online über MyWelfare.
- Unterlagen für die PPS Number: Ausweis, ein Adressnachweis, der höchstens drei Monate alt ist, etwa Mietvertrag oder Kontoauszug, und ein Nachweis, wofür du die Nummer brauchst.
- Anmeldung bei Revenue: Als Selbstständiger meldest du dich bei der Steuerbehörde für die Selbstveranlagung an.
- Steuererklärung: Die Frist für Erklärung und Zahlung ist der 31. Oktober des Folgejahres, zusammen mit einer Vorauszahlung für das laufende Jahr.
Bei der Wohnungssuche solltest du Zeit einplanen. Vor allem in Dublin ist der Mietmarkt sehr angespannt, und ohne Adresse wird vieles schwierig.
Daueraufenthalt: Nach fünf Jahren rechtmäßigem und ununterbrochenem Aufenthalt erwirbst du ein Daueraufenthaltsrecht. Abwesenheiten von bis zu sechs Monaten im Jahr unterbrechen die Frist nicht.
Wichtig: Dein Aufenthaltsrecht sagt nichts über deine Steuerpflicht. Ob du ansässig bist, entscheiden allein die Tageregeln oben.
Wegzug aus Deutschland
Ein Umzug nach Irland allein reicht nicht. Damit Deutschland dich nicht weiter voll besteuert, musst du deinen Wohnsitz und deinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland wirklich aufgeben. Behältst du eine Wohnung, die dir jederzeit zur Verfügung steht, bleibst du in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig.
Doppelbesteuerungsabkommen: Zwischen Deutschland und Irland gilt das DBA vom 30. März 2011, geändert durch Protokolle von 2014 und 2021. Es regelt unter anderem, wo du bei zwei Wohnsitzen als ansässig giltst, und wo eine Gesellschaft ihren Ort der Geschäftsleitung hat. Prüfe den aktuellen Stand in der Übersicht des Bundesfinanzministeriums.
Wegzugsbesteuerung: Hältst du Anteile an einer Kapitalgesellschaft (ab 1 %), kann der Wegzug eine Steuer auf den Wert dieser Anteile auslösen, so als hättest du sie verkauft. Das kann auch eine US LLC betreffen, wenn sie in Deutschland als Kapitalgesellschaft eingestuft wird. Auf Antrag zahlst du die Steuer in sieben Jahresraten.
Erweiterte beschränkte Steuerpflicht: Mit dem normalen Tarif gilt Irland nicht als Niedrigsteuerland. Nutzt du aber die Remittance-Basis, kann Deutschland darin eine Vorzugsbesteuerung sehen. Hast du als deutscher Staatsbürger weiter wesentliche wirtschaftliche Interessen in Deutschland, kann Deutschland deine deutschen Einkünfte dann bis zu zehn Jahre lang stärker besteuern (§ 2 AStG). Prüfe diesen Punkt vor dem Umzug.
Passt eine US LLC zu Irland?
Die Kombination aus Non-Dom und 12,5 % klingt verlockend. Für eine US LLC, die du selbst von Irland aus führst, geht die Rechnung aber selten so einfach auf.
Revenue hat keine allgemeine Anleitung veröffentlicht, wie eine US LLC einzuordnen ist. Nur für die Quellensteuer auf Zinsen schaut Revenue durch die LLC hindurch. In der Praxis wird oft angenommen, dass Irland eine US LLC eher wie eine Kapitalgesellschaft behandelt. Verlassen solltest du dich darauf nicht. Grob gibt es zwei Fälle:
- Die LLC wird wie eine Kapitalgesellschaft behandelt. Leitest und kontrollierst du sie von Irland aus, gilt sie dort als ansässig. Für Handelsgewinne fallen dann 12,5 % an. Ausschüttungen an dich werden zusätzlich mit Einkommensteuer, USC und PRSI belastet. Für Dienstleistungsgesellschaften, die Gewinne nicht ausschütten, kann ein Zuschlag dazukommen.
- Die LLC wird als transparent behandelt. Dann ist ihr Gewinn dein eigenes Einkommen aus Selbstständigkeit, mit bis zu 40 %, USC und PRSI. Weil du die Arbeit in Irland leistest, hilft die Remittance-Basis hier in der Regel nicht.
Die 12,5 % setzen außerdem echte Geschäftstätigkeit in Irland voraus. Ein Briefkasten reicht nicht. Kläre die Einordnung deshalb vor dem Umzug, am besten mit einer verbindlichen Auskunft von Revenue.
Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam, ob Irland zu deinem Business passt und wie deine US LLC dazu aufgestellt sein sollte.
Häufige Fragen
Bin ich als Deutscher in Irland automatisch Non-Dom?
Oft ja, denn dein Domizil bleibt in der Regel Deutschland, solange du nicht dauerhaft in Irland bleiben willst. Revenue prüft das aber im Einzelfall anhand deiner Absichten und Lebensumstände.
Kann ich mit der Remittance-Basis mein Business steuerfrei führen?
In der Regel nicht. Einkommen aus Arbeit, die du in Irland leistest, ist voll steuerpflichtig, auch wenn das Geld im Ausland bleibt. Die Remittance-Basis hilft vor allem bei Auslandseinkünften wie Kapitalerträgen.
Wie viele Tage muss ich in Irland verbringen?
Ansässig bist du mit 183 Tagen in einem Jahr oder 280 Tagen in zwei aufeinanderfolgenden Jahren. Ein Jahr mit höchstens 30 Tagen zählt dabei nicht mit.
Brauche ich als Deutscher ein Visum für Irland?
Nein. Als EU-Bürger darfst du in Irland leben und arbeiten. Für Steuern und Behörden beantragst du eine PPS Number.
Gibt es ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Irland?
Ja, das DBA vom 30. März 2011 mit späteren Änderungen. Es regelt, in welchem Land du bei zwei Wohnsitzen ansässig bist und welches Land welche Einkünfte besteuern darf.